Nervt Sie die neue Spotlightsuche in Tiger auch manchmal? Mich schon. Aber es gibt einige nützliche Tipps und kostenlose Softwaretools, die das Leben mit Spotlight nicht nur deutlich erleichtern, sondern erst so richtig aufzeigen, welche Möglichkeiten in dieser neuen Suchtechnologie von Mac OS X stecken.
Standardmäßig ist Spotlight so konfiguriert, dass über die Tastenkombination ⌘-Leertaste das Spotlight-Menü aufspringt und auf eine Eingabe wartet:
Die Eingabe von ⌥-⌘-Leertaste öffnet das Spotlight-Suchfenster und wartet ebenfalls auf eine Eingabe. Und wenn Sie etwas tippen, beginnt Spotlight sofort mit der Suche.
Diese Tasten kommen mir in die Quere mit den gleichen Tastenkürzeln in Adobe-Programmen, die das Zoomwerkzeug umschalten (⌘-Leertaste vergrößern, ⌥-⌘-Leertaste verkleinern). Um das zu vermeiden, gibt es folgende Tricks:
Ich habe mir hier die Funktionstasten F1 und F2 ausgewählt. Sie sollten diese Kürzel abstimmen mit Exposé und Dashboard, hier kommen nämlich ebenfalls Funktionstasten zum Einsatz. Ersatzweise können Sie die Tastensteuerung von Spotlight auch ganz abschalten. Sie können Spotlight trotzdem benutzen, indem Sie mit der Maus auf das blaue Spotlight-Icon klicken im Menü rechts oben.
Spotlight indiziert automatisch alle angeschlossenen Festplatten, was sehr unangenehm werden kann, wenn man externe Festplatten häufig wechselt, da diese unmittelbar nach dem Anschließen sofort indiziert werden. Und das kann nicht nur ziemlich lange dauern, sondern legt auch einen riesigen Index auf der internen Festplatte an.
Sie können in den Systemeinstellungen einzelne Volumes einfach von der Indizierung ausschließen. Gehen Sie hierzu in Systemeinstellungen – Spotlight und dort in die Karteikarte Privatsphäre. Hier können Sie auf das +-Zeichen klicken und Volumes oder Ordner aufnehmen, die nicht indiziert werden sollen.
Bei externen Volumes kann man hier ein irritierendes Verhalten beobachten: wenn die Volumes vom Rechner getrennt werden, so verschwindet deren Eintrag irgendwann aus Privatsphäre (die Festplatte ist ja nicht mehr da). Das macht aber nichts, da Spotlight sich die Platte trotzdem merkt. Sobald sie wieder angeschlossen wird, erscheint sie auch wieder in der Liste und wird tatsächlich nicht indiziert. Das funktioniert bei mir zuverlässig.
Wenn Sie hier ihre gesamte Festplatte aufnehmen, so wird der gesamte Index der Platte gelöscht und in Zukunft nicht mehr indiziert. Aber Achtung: Sie können Spotlight dann nicht mehr benutzen – und damit auch nicht mehr die Suche in Mail, im Finder oder im Adressbuch, das hängt nämlich alles zusammen.
In der Tat findet die Spotlightsuche über das Menü nicht alle Dateien. Wenn Sie zum Beispiel nach Dateinamen suchen, die überwiegend aus Ziffern bestehen, so hat Spotlight Probleme. Die Datei 123456.jpg wird gefunden, wenn Sie als Suchbegriff 1234 eingeben, aber nicht, wenn Sie 2345 verwenden. Spotlight findet Dateinamen aus reinen Ziffern nur, wenn der Dateiname mit dem Suchbegriff beginnt. Technisch gesehen liegt das daran, dass beim Indizieren Zahlen nur als ganzer Block indiziert werden und nicht jede Ziffer einzeln (was zu gigantischen Indexdateien führen würde). Wenn Sie Dateiinhalte durchsuchen wollen, ist das im Allgemeinen kein Problem, bei Dateinamen aber schon. Es gibt aber eine Lösung, allerdings nicht über Spotlight sondern über die Suche im Finder.
Die Suchtechnik des Finder basiert ebenfalls auf Spotlight, verhält sich aber teilweise etwas anders. Wenn Sie in dem kleinen Suchfenster oben in der Leiste eines Finderfensters einen Suchbegriff eingeben, so läuft leider die gleiche Suche ab wie beim normalen Spotlight (allerdings ohne Mails oder Adressen). Das heisst, so finden Sie Dateinamen aus Zahlen auch nicht
Sie können die Suche im Finder aber erweitern, indem Sie das altbekannte Tastenkürzel Apfel-F betätigen. Sie erhalten dann folgenden Dialog:
Hier wählen Sie zuerst den Ort aus, wo Sie suchen wollen (noch besser: Sie wählen zuerst den Ort und drücken dann Apfel-F) und danach stellen Sie das kleine Pulldownmenü um von »Name« auf »Dateiname«. Jetzt sucht Spotlight ausschließlich nach Dateinamen und findet auch Dateien, deren Name nur aus Ziffern besteht. Bitte beachten Sie dabei, dass die Option "Dateiname" leider die Endungen der Dateien nicht berücksichtigt, Sie können so also nicht nach .jpg suchen, das machen Sie besser mit der Option »Name«.
Diese Suche ist sehr mächtig. Sie können durch Klick auf das +-Zeichen weitere Kriterien hinzufügen, und so neben Dateinamen auch noch nach »Name« suchen, oder nach Art etc. Sie können auch zweimal das gleiche Kriterium wählen, dann müssen beide erfüllt sein, damit die Datei gezeigt wird.
Tipp: Wählen Sie einmal als Kriterium »Andere« aus. Sie erhalten eine riesige Liste von Kriterien, nach denen Sie suchen können:
Wenn Sie eine Suche mehrmals benötigen, dann können Sie die Einstellungen auch Speichern, indem Sie auf Sichern klicken. Wählen Sie einen Platz, wo die Suche abgelegt werden soll und wo Sie sie wieder finden (standardmäßig wird sie in den Ordner ~/Library/Gesicherte Suchabfragen in Ihrem Haus gespeichert und zusätzlich in die Seitenleiste gelegt). Später können Sie im Finder einfach diese gespeicherte Suche doppelt anklicken und sofort werden die Treffer angezeigt: das versteht man unter einem intelligenten Ordner. Er zeigt in Echtzeit alle Dateien an, die aktuell auf Ihre Suchkritierien passen. Wenn Sie nachträglich die Suchkriterien bearbeiten wollen, so klicken Sie rechts oben auf »Bearbeiten«.
Das ist vor allem bei langsamen Rechnern ein Problem, weil man mit dem Tippen nicht nachkommt und die Suche den Rechner erheblich ausbremst. Man könnte sich behelfen, dass man den Suchbegriff zuerst in Textedit tippt und dann in die Zwischenablage kopiert und anschließend mit ⌘-V in Spotlight einfügt. Das ist aber schon sehr umständlich.
Vier Lösungen kann ich vorschlagen:
Laserlight und Text2Clip ermöglichen es, nach dem Öffnen einen Suchbegriff einzutippen und mit Return an Spotlight zu übergeben. Sie können beide Tools ins Dock legen, in die Seitenleiste oder in die Titelleiste der Finderfenster.
Es geht aber auch einfacher: Tippen Sie einfach weiter. Auch wenn der Finder scheinbar nicht mehr reagiert, nimmt er die Buchstaben trotzdem an und schränkt die Suche entsprechend ein. Blockiert ist nicht der Finder an sich, sondern nur die Aktualisierung des Bildschirms. Allerdings dürfen Sie sich nicht dabei vertippen ...
Von Peter am 07.10 um 12:23 Uhr. Kategorie: Mac-OS-X
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