In der aktuellen t3n (Nr. 11, März 2008) habe ich eben den Artikel »Typografische Möglichkeiten bei der Webseitengestaltung« gefunden. Er beschreibt eine dynamische Schriftersetzungstechnik namens sIFR3, die während des Ladevorgangs der HTML-Seite mit Hilfe von JavaScript Headlines erkennt, diese ausblendet und durch Flashfilme ersetzt. Da in den Flashfilmen eine individuelle Schrift eingebettet ist, kann die Headline so mit dieser Schrift angezeigt werden.
Die Seite wird zunächst ganz normal in HTML erstellt, mit allen Texten und Headlines. Sie wird mit Hilfe von CSS so gut gestaltet wie möglich, zusätzlich müssen eine Reihe von JavaScript-Dateien und eine CSS-Datei für sIFR3 eingebunden werden. Dann werden für die Headlines Flashfilme (.swf) angelegt, und zwar für jede Schrift ein Film. In diese Flashfilme wird jeweils die Schrift mit allen benötigten Zeichen eingebettet. Zusätzlich muss noch mit Hilfe eines überschaubaren JavaScripts angegeben werden, welche Tags oder CSS-Elemente durch welchen Flashfilm ersetzt werden sollen; darin müssen ausserdem die grundlegenden typografischen Eigenschaften definiert werden (Größe, Farbe und so weiter).
Beim Laden der Seite wird bei aktiviertem JavaScript und installiertem Flash-Plugin die jeweilige Headline per DOM-Zugriff ausgelesen und mittels eines CSS-Attributs unsichtbar gemacht. Danach wird der passende Flashfilm aufgerufen, diesem die Schrift und ggf. der Link übergeben, und an Stelle der normalen Überschrift gezeigt. Ist JavaScript nicht aktiv oder das Flash-Plugin nicht installiert, passiert gar nichts: die Seite wird einfach als normale HTML-Seite präsentiert.
Sie finden hier ein Beispiel mit zwei verschiedenen Schriften. Schalten Sie zum Testen ruhig mal in Ihrem Browser JavaScript bzw. das Flash-Plugin aus; Sie werden feststellen, dass die Seite trotzdem funktioniert.
Auf den ersten Blick das Ei des Kolumbus für Typografie im WEb. Diese Technik ist nicht neu, insbesondere bei praegnanz.de wurde sie bereits ausführlich diskutiert. Leider geht der Artikel in t3n nur auf die Vorteile von sIFR3 ein, die zugegeben ziemlich verlockend sind. sIFR hat jedoch auch ein paar Nachteile.
Diese Nachteile sind nicht gravierend, können Besucher aber irritieren. Man sollte also abwägen, ob man sIFR für die jeweilige Zielgruppe einsetzen kann/soll oder nicht. Insbesondere wenn die Seite barrierefrei sein soll, würde ich abraten. Auf jeden Fall sollte man immer die Flashfilme auf die eigene Domain einschränken, sonst handelt man sich eventuell rechtliche Probleme ein.
Wer sich genauer informieren will:
Von Peter am 24.02 um 18:40 Uhr. Kategorie: HTML-CSS | Mediengestaltung
Trackback-URL: Trackbacks sind für diesen Eintrag nicht erlaubt