Neue Version von PDFWizard erschienen
Der PDFWizard von Jo Lauterbach ist in Version 3.12 erschienen. Sie können mit diesem Plugin an PDF-Dokumenten einfache Überprüfungen vornehmen und Korrekturen, wie z. B. Farbkonvertierungen, Separationen, Schwarz auf Überdrucken stellen und anderes.
Offensichtlich gibt es das Plugin zur Zeit nur für Mac OS X, zumindest konnte ich auf der Webseite keine Version für Windows finden, obwohl die meiste Software von Jo Lauterbach auch für Windows erhältlich ist. Vielleicht wird eine Windows-Version nachgeliefert.
Ich habe die Demoversion mit Acrobat 7 kurz getestet, hier meine Ergebnisse:
- »Trimbox zeigen« und »Auf Trimbox beschneiden«
Funktioniert zuverlässig und gut, natürlich nur dann, wenn eine Trimbox auch vorhanden ist. Bei einer Ausgabe aus Indesign ist dies immer der Fall, bei einer Ausgabe aus QuarkXpress nur dann, wenn mit Schneidzeichen ausgegeben wird, da in diesem Fall die Trimbox vom Distiller ergänzt wird. Wenn aus QuarkXPress ohne Schneidzeichen aber mit Anschnitt ausgegeben werden muss, empfiehlt Jo Lauterbach seine QuarkXTension MediaBoxXT. Ich habe diese XTension noch nicht getestet.
- »Anzeige von Farben und Schriften«
Diese Funktion hat eine gewöhnungsbedürftige Ausgabe, nämlich ein weitgehend unformatiertes Textdokument. Aber sie zeigt zuverlässig an, welche Schriften und Farbräume verwendet wurden und welche Schriften nicht eingebettet sind.
- »Redundante Farben entfernen«
Dieses Funktion entfernt leere (=rdundante) Farbkanäle, also z. B. leere CMYK-Kanäle oder Sonderfarbkanäle ohne Inhalt. Meine Tests verliefen erfolgreich.
- »Objekte finden …«
Damit können Sie sich ausgewählte Objekte des Dokumentes anzeigen lassen, z. B. alle Bilder, Verläufe etc. PDFWizard erstellt dazu ein neues PDF, in dem nur die gesuchten Objekte sichtbar sind.
- »Nach Graustufen konvertieren«
Tut was es sagt, ich habe aber die Qualität nicht getestet.
- »Schmuckfarben konvertieren«
Tut genau das, was es sagt: konvertiert die Schmuckfarben nach den alternativen CMYK-Werten. Der entsprechende Farbkanal wird anschließend nicht entfernt; wenn man den Kanal insgesamt entfernen will, muss anschließend noch »Redundante Farben entfernen« aufgerufen werden.
- RGB zu CMYK und umgekehrt
Diese Funktion arbeitet nach meinen Tests bei Office-Dokumenten recht gut, scheitert aber an komplexeren Dokumenten. Die Objekte werden mit aktivem Farbmanagement in hoher Qualität konvertiert, wobei ICC-Profile und Rendering Intents angegeben werden können. Schwarz in Text und Vektor wird erkannt und bleibt konsequent im Schwarzkanal. Kombiniert mit der Funktion »Schwarz überdrucken« erlaubt es eine gute Separation von Office-Dokumenten. Leider wurden aber Objekte mit angehängten ICC-Profilen und RGB-SmoothShades nicht konvertiert. Beides kommt in Office-Dokumenten normalerweise nicht vor, in medienneutralen PDFs, zum Beispiel nach dem PDF/X-3 Standard aber durchaus. Für eine Separation von komplexeren PDFs ist PDFWizard also nur eingeschränkt sinnvoll.
- »Fehlende Schriften einbetten«
Damit können fehlende Schriften eingebettet werden, sofern diese im System auch vorhanden sind. In meinen Tests hat es mit einer Schrift funktioniert, mit einer anderen allerdings nicht. Hier wurde die Helvetica zwar eingebettet, konnte aber beim Abspeichern des Dokumentes nicht auf den Text angewendet werden, da eine andere Kodierung vorlag. Mit anderen Worten: es wurde eine andere Helvetica eingebettet, als im Dokument verwendet wurde. Zur Ehrenrettung des PDFWizards: Pitstop und Acrobat 7 machen hier den gleichen Fehler. Man kann also hier keine Wunder erwarten - das alte Problem einer fehlerhaften Schriftersetzung besteht nach wie vor.
- »Farbseparation«
Erzeugt PDF-Dokumente mit einzelnen Farbauszügen. Ich habe diese Funktion nicht genau getestet, da ich dafür keine Verwendung habe und würde vor einer blinden Anwendung eher warnen. Ich würde mich hier eher auf die Möglichkeiten von Acrobat oder der InRip-Separation verlassen. Allerdings kann es eine sehr preisgünstige Möglichkeit sein, mit Hilfe von Acrobat 5 Dokumente zu separieren, sofern diese bereits in CMYK vorliegen.
- »Einzelseiten zusammenfügen« oder »In Einzelseiten zerlegen«
Je nachdem, ob man ein Dokument mit einer einzigen Seite oder mit mehreren Seiten öffnet, wird eine dieser Optionen angeboten. Funktioniert so weit, man hat allerdings keinen weiteren Einfluss auf die Dateinamen.
Fazit:
Das Plugin läuft gut und tut im wesentlichen das, was es verspricht. Ein Teil der Funktionen ist allerdings bereits durch andere Werkzeuge oder durch Acrobat 7 selbst schon abgedeckt. So ist es z. B. möglich, Farben mit Acrobat 7 selbst zu konvertieren, allerdings ist PDFWizard erheblich komfortabler. Die Anzeige von einzelnen Objekten ist ebenfalls in Acrobat 7 implementiert, die Option Schwarz überdrucken allerdings nicht. Eine gute Erweiterung stellt das Plugin für Acrobat 5 und 6 dar, hier kann ich es empfehlen - schon allein wegen des sehr günstigen Preises von rund 170 Euro pro Version. Wer allerdings komplexe PDFs oder sogar PDF/X-3 separieren muss, sollte lieber zu einem anderen Tool greifen.
Jo Lauterbach stellt eine voll funktionsfähige Demo zur Verfügung, die lediglich schwarze Linien über den Output schreibt. Sie können also selbst testen, ob das Tool Ihren Anforderungen entspricht.
Von Peter am 14.10 um 12:20 Uhr. Kategorie: Acrobat
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