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PDF/X1a, PDF/X-3, 2001, 2002, 2003, PDF/X plus ??

Problem:

Es gibt mittlerweile eine schöne Begriffsvielfalt rund ums PDF/X: die ISO-Normen PDF/X-1a:2001, PDF/X-1:2003, PDF/X-3:2002 und 2003 sowie nicht normierte neue Begriffe wie PDF/X-Plus sorgen für Verwirrung. Wo liegen die Unterschiede? Wie finden wir durch dieses Dickicht von sperrigen Begriffen und Normen?

Lösung

Am wichtigsten ist zunächst der Unterschied zwischen PDF/X-1a und PDF/X-3.

PDF/X 1a vs. PDF/X-3

Bis auf einen einzigen Bereich sind beide Normen identisch. Beide regeln sie, wie ein austauschbares Druckvorstufen-PDF auszusehen hat, was rein muss und was auf keinen Fall drin sein darf. Die Unterschiede zwischen PDF/X-1a und PDF/X-3 liegen nur in den erlaubten Farbräumen.

FarbräumePDF/X-1aPDF/X-3
geräteabhängiges CMYK ok ok
Sonderfarbenokok
Grau ok ok
geräteabhängiges RGB------
Lab--- ok
RGB mit ICC-Profil---ok
CMYK mit ICC-Profil---ok

Zusammengefasst: PDF/X-1a erlaubt nur geräteabhängige CMYK-Farben, Grau und Sonderfarben, PDF/X-3 darüber hinaus Lab und geräteneutrale RGB- bzw. CMYK-Farben mit angehängten ICC-Profilen. PDF/X-1a ist im Prinzip eine Untergruppe von PDF/X-3: man kann ein PDF/X-1a ohne Verluste in ein PDF/X-3 konvertieren, umgekehrt geht das nicht. PDF/X-1a wurde für den klassischen CMYK-Workflow entwickelt.

PDF/X-3 erlaubt sowohl geräteabhängige wie geräteunabhängige Farben und eignet sich deshalb sowohl für den klassischen, geräteabhängigen CMYK-Workflow wie für einen medienneutralen Workflow unter Verwendung von Lab oder profilierten RGB- bzw. CMYK-Farben.

Die Entscheidung, welche der beiden Normen Sie verwenden, hängt zunächst von Ihrem Workflow ab. Wenn Sie medienneutral produzieren, müssen Sie PDF/X-3 einsetzen; in diesem Fall ist die Entscheidung klar. Wenn Ihr Workflow aber ausschließlich geräteabhängige CMYK-Daten verlangt, so haben Sie die Wahl zwischen PDF/X-1a und PDF/X-3. Während jedoch bei PDF/X-1a die Norm selbst die Farbräume festlegt, müssen Sie im Falle von PDF/X-3 zusätzlich definieren, dass Ihr PDF/X-3 kein RGB, Lab und keine ICC-Profile enthalten darf. Und damit sind wir bei PDF/X-Plus: einem PDF/X, das über die in der Norm festgelegten Eigenschaften noch weitere Bedingungen erfüllt, die Sie selbst festlegen. Dazu weiter unten mehr.

Wir müssen also drei Varianten unterscheiden:

  • geräteabhängiges PDF/X-1a: nur CMYK + Sonderfarben
  • geräteabhängiges PDF/X-3: nur CMYK + Sonderfarben
  • medienneutrales PDF/X-3: CMYK, Sonderfarben, Lab, profilierte RGB- und CMYK-Farben

Die Entscheidung zwischen diesen drei Varianten hängt im wesentlichen von der eingesetzten Software und von Ihrem Workflow ab. Der Medienstandard setzt derzeit ausschließlich auf PDF/X-3, erlaubt aber die geräteabhängige und die medienneutrale Variante. Wenn Sie sich für den Medienstandard entscheiden, müssen Sie deshalb zusätzlich definieren, ob Sie medienneutrale Farbräume erlauben oder nicht.

Die Ghent-PDF-Workgroup setzt dagegen auf PDF/X-1a, um genau diese Verwirrung zu vermeiden. Da von der Ghent-PDF-Workgroup praktisch alle derzeit erhältlichen Preflightprofile für Acrobat und Pitstop entwickelt werden, setzen die Standard-CMYK-Prüfprofile dieser Progamme immer PDF/X-1a voraus und melden bei PDF/X-3 einen Fehler.

Meine Empfehlung: wählen Sie für den geräteabhängigen CMYK-Workflow PDF/X-1a und für den medienneutralen Workflow PDF/X-3. Damit treffen Sie eine klare Unterscheidung und vermeiden den fehleranfälligen Zwischenweg eines geräteabhängigen PDF/X-3. Wenn Sie lieber nach Medienstandard mit PDF/X-3 arbeiten wollen, dann kommunizieren Sie Ihren Kunden ausdrücklich, ob Sie ein medienneutrales oder ein geräteabhängiges PDF/X-3 verarbeiten können (oder beides) – und prüfen Sie auch danach! Diese Prüfung erfordert in der Regel eine Anpassung der mitgelieferten Prüfprofile von Acrobat oder Pitstop.

2001, 2002 oder doch besser 2003?

Die beiden ursprünglichen Normen PDF/X-1a:2001 und PDF/X-3:2002 wurden im Jahr 2003 erweitert und deshalb auch umbenannt. Die neuen Definitionen heissen jetzt PDF/X-1:2003 und PDF/X-3:2003. Die Erweiterung fiel aber sehr gering aus; im Prinzip wurde lediglich die PDF-Version 1.4 zugelassen, allerdings ohne deren speziellen Eigenschaften wie zum Beispiel Transparenz. Hinsichtlich Ihrer technischen Grundlagen gibt es somit nur marginale Unterschiede, man kann prinzipiell beide verwenden – nach Gusto.

Leider führen die neuen Varianten manchmal zu Problemen. So erkennen die Preflights von Acrobat 6 und Pitstop 6 die neuen Varianten nicht und melden einen Fehler, obwohl die Dateien völlig korrekt sind und sich lediglich durch den PDF/X-Versionsschlüssel unterscheiden.

Meine Empfehlung: wählen Sie die älteren Standards, zumindest solange, bis sichergestellt ist, dass die gesamte Prozesskette die neueren Normen auch überprüfen kann. Das ist erst ab Acrobat und Pitstop in Version 7 der Fall.

PDF/X-Plus

Darunter versteht man ein PDF/X, das zusätzliche Bedingungen erfüllt, zum Beispiel passend für bestimmte Druckverfahren. Tonangebend ist hier die Ghent-PDF-Workgroup, die PDF/X-Plus-Spezifikationen für die neun gängigsten Druckprozesse entwickelt hat: zwei für Anzeigen, drei für Bogenoffset und vier für Rollenoffset. Diese Vorgaben der Ghentgroup wurden von Adobe und Enfocus in die Preflightprofile von Acrobat und Pitstop 6 und 7 übernommen. Diese Profile setzen PDF/X-1a voraus und prüfen zusätzlich nach weiteren Kriterien wie Bildauflösung, Haarlinen, überdruckendem Weiss oder aussparendem Schwarz und vieles mehr.

Hausstandards

Eine Steigerung von PDF/X-Plus wären eigene Hausstandards. Die Vorgaben der Ghentgroup passen nicht auf alle Druckverfahren. So ist zum Beispiel die vorgegebene Bildauflösung von mindestens 150ppi bis maximal 450ppi sicherlich nicht in jedem Fall praktikabel. In diesem Fall können eigene Vorgaben definiert werden, die als eine Ergänzung bzw. genauere Spezifizierung von PDF/X zu sehen sind.

Quellen:

Von Peter am 18.03 um 23:30 Uhr. Kategorie: PDF-Erstellung

Kommentare

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