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Bei der PDF-Erstellung über Drucken in eine PostScriptdatei mit anschließender Konvertierung in PDF über den Distiller hängt das Ergebnis vor allem von den richtigen Einstellungen ab, den PDF-Optionen des Distillers (auch Joboptions genannt). Diese voreingestellten Distiller-Optionen ändern sich leider von einer Acrobatversion zur nächsten und manchmal kommen auch gänzlich neue Möglichkeiten hinzu. Die Änderungen sind auf den ersten Blick nur gering, haben jedoch manchmal gravierende Auswirkungen, so zum Beispiel die geänderten Farbmanagement-Einstellungen im Distiller der Version 7.
Beginnen wir mit den wichtigsten Eigenschaften der mitgelieferten PDF-Optionen.
Das ist die Grundeinstellung, mit der Distiller und PDF-Maker ausgeliefert werden. Die wichtigsten Eigenschaften sind:
Damit ist die Standardqualität für Druckvorstufendateien völlig ungeeignet. Sie ist explizit für den Ausdruck auf Desktop-Druckern gedacht und für den Datenaustauch im Office.
Diese Einstellung soll möglichst kleine Dateien erstellen; Adobe sieht sie für das Internet vor.
Die fehlende Schrifteinbettung führt bei dieser Einstellung immer wieder zu Problemen in anderen PDF-Betrachtungsprogrammen als Acrobat oder Adobe Reader. Die Vorschau von Mac OS X kann die Schriften z. B. nicht ersetzen, so dass die fehlenden Schriften oft nur als Courier dargestellt werden. Ich würde deshalb empfehlen, zumindest eine generelle Schrifteinbettung in Untergruppen zu aktiivieren. Die niedrige JPG-Qualität im Verein mit einem Downsampling auf 100 ppi führt bei manchen Motiven zu deutlich sichtbaren JPG-Artefakten.
Diese Einstellung entspricht im wesentlichen der Standardqualität, allerdings wird die PDF-Version auf 1.6 (Acrobat 7) eingestellt. Das liegt daran, dass erst mit dieser Version übergroße PDF-Dateien möglich sind. Für die Druckvorstufe spielen sie keine Rolle.
Adobe sieht diese Einstellung vor für die Weitergabe von PDF-Dateien an Druckereien. Leider eignet sie sich dazu nur sehr bedingt: die enthaltene Farbkonvertierung kann zu mehrfarbig aufgebautem Schwarz führen, ausserdem wird der falsche CMYK-Farbraum verwendet. Diese Einstellung eignet sich ausschließlich für die PDF-Erstellung aus Officeprogrammen unter Windows, da hier der gesamte Text durch den AdobePDF-Drucker bereits bei der PDF-Erstellung in den Farbraum Grau konvertiert wird. Dass die RGB-Bilder nach SWOP konvertiert werden, kann bei Officedokumenten in der Regel verschmerzt werden. Bei Officedokumenten vom Macintosh ist der Text allerdings im Farbraum RGB und der Distiller konvertiert ihn somit in vierfarbig aufgebautes CMYK. Für die PDF-Erstellung aus Satz- und Grafikprogrammen ist vom Einsatz dieser Option generell abzuraten.
Adobe empfiehlt diese Einstellung für den hochwertigen Ausdruck auf Desktopdruckern und Proofgeräten. Letzteres ist natürlich Unsinn – geprooft wird immer die Datei, die auch belichtet wird. Aber diese Einstellung eignet sich tatsächlich gut für Desktopdrucker und auch für die Weitergabe an Druckereien; allerdings muss in der Druckerei unter Umständen eine Farbkonvertierung durchgeführt werden, da diese Einstellungen keine Farbkonvertierung vornehmen.
Auch die restlichen Einstellungen sind an den Erfordernissen der Druckvorstufe orientiert, so dass sich diese PDF-Optionen deshalb gut für die Weitergabe an Druckereien eignet. Die Druckerei muss allerdings selbst die Konvertierung von eventuell vorhandenen RGB-Objekten vornehmen, was aber in modernen Workflows kein Problem darstellt.
PDF/A wurde für die Archivierung von PDF-Dokumenten entwickelt und ist für die Druckvorstufe nicht bzw. nur bedingt geeignet. Die Variante PDF/A-1b: 2005 (CMYK) entspricht weitgehend der Einstellung Druckausgabequalität während PDF/A-1b: 2005 (RGB) zusätzlich alle Objekte nach RGB konvertiert.
Zielgruppe ist hier die amerikanische Druckvorstufe – dort ist PDF/X-1a Standard.
Aufgrund der Farbkonvertierung nach SWOP eignet sich die Einstellung nicht für die europäische Druckvorstufe; ausserdem besteht bei dieser Farbkonvertierung wieder die Gefahr, dass Schwarz und Grau vierfarbig aufgebaut werden.
Zielgruppe ist hier die europäische Druckvorstufe, entsprechend ist als Ausgabefarbraum ISOcoated voreingestellt (allerdings in einer speziellen Adobe-Variante). Hier unterscheiden sich Acrobat 7 und 8 geringfügig voneinander.
Ideal ist keine dieser Einstellungen: wer professionell arbeiten will, muss sich eigene anlegen. In einem PDF-Dokument, das Sie hier herunterladen können, habe ich die wichtigsten Optionen kurz erläutert. Sie dürfen dieses PDF gerne benutzen, ausdrucken und weitergeben, aber es nicht verändern und nicht selbst zum Download anbieten.
Von Peter am 29.07 um 01:43 Uhr. Kategorie: PDF-Erstellung | Distilleroptionen